Am Rosenmontag gab es früher in der Nürtinger Stadthalle den Rosenmontagsball. Das war der Ball der IG Metall. Tage davor gab es den Kolpingsball der katholischen Kolpingfamilie und den Böhmerwaldfasching. Das Schönste war für mich, auf der Bühne zu stehen und die Tanzmusik zu machen. Und hinter der Bühne ging´s die Treppe hoch zur Sektbar. Dort hat man so viel gesoffen, dass der Boden immer feucht war vom Übergschwappten der Übergeschnappten. In den Spielpausen sind wir Musiker sofort nach oben und dort von unseren Fans freigehalten worden. Und die maskierten Damen haben mich und die anderen sechs der Kapelle geküsst und genudelt. Die Heidi und die Hanne habe ich aber immer erkannt, trotz Verkleidung, am Küssen. Und die Rose auch. Rose küsste etwas fordender als die beiden Blondinen. Heidi war leidenschaftlich, und Hanne hatte den blütenweichsten Mund der gesamten Nürtinger Jugend, soweit ich eben Vergleichsmöglichkeiten hatte. Und die Mädels haben gesagt: Spiel mir noch einmal Immer, immer wieder geht die Sonne auf oder Wir lassen uns das Singen nicht verbieten. Und wenn ich dann Immer, immer wieder geht die Sonne auf gesungen habe, dann waren die Schönen entzückt und haben Udo, Udo! gerufen, und für einen Moment war ich dann Udo Jürgens, also rein feelingmäßig. War aber cool.
Heute turnen an der Fasnet verschiedene Zünfte und Fasnetsvereine durch die Dörfer. Und anderntags liest man davon in der Nürtinger Zeitung. Die Nürtinger Fasnet tut sich schwer, seit ihrer Erfindung im Rathaus. Dieses Jahr hat man sogar auf den Umzug der Kindergärten verzichtet, weil sich zu wenige gemeldet hatten. Kein Wunder. In den Kindergärten hat man andere Sorgen als den Nürtingern vorzumachen, sie hätten eine Fasnet.
Heute turnen an der Fasnet verschiedene Zünfte und Fasnetsvereine durch die Dörfer. Und anderntags liest man davon in der Nürtinger Zeitung. Die Nürtinger Fasnet tut sich schwer, seit ihrer Erfindung im Rathaus. Dieses Jahr hat man sogar auf den Umzug der Kindergärten verzichtet, weil sich zu wenige gemeldet hatten. Kein Wunder. In den Kindergärten hat man andere Sorgen als den Nürtingern vorzumachen, sie hätten eine Fasnet.
Eigentlich gibt es nämlich in Nürtingen gar keine Fasnet, weil es hier noch nie eine Fasnet gegeben hat. Die gibt´s richtig nur dort, wo sie katholisch sind, also südlich von Tübingen und östlich der Alb. Hier bei uns nur in Neuhausen und in Wernau. Dort ist man schon immer hauptsächlich katholisch gewesen. Das ist aber eine historische Sache, dass auf diesen Inseln die Rechtgläubigkeit gehalten hat. Die Oberschwaben sagen zu den Evangelischen Wüstgläubige. Das ist nicht nett, aber so ganz böse auch wieder nicht. Weil halt die Schwaben so miteinander umgehen. Ich bin auch katholisch aber in Nürtingen unter gnadenloser Wüstgläubigkeit groß geworden. Deshalb hab ich es nie so mit der Fasnet gehabt, außer früher, wo man Sachen tun konnte, die man sonst nicht tun konnte. Aber damit ist jetzt eher eine dürftige Zeit. Deshalb gehe ich nicht mehr hin.
Früher habe ich Musik gemacht zur Fasnet, mit einer Kapelle aus sieben Mann. Die nannte sich Red Lion. Den blöden Namen hatte ich erfunden. Beim Rosenmontagsball haben wir nie gespielt, aber bei den Kolpingbrüdern und den Böhmerwäldlern, weil wir sozusagen eine mehrheitlich katholische Band waren. Heute sind schon vier Lions tot: der Günne, der Heini, der Schorsch und der Karl. Also Posaune, Schlagzeug, Trompete und Saxofon. Der Zäps und der Steppke und ich leben noch, also Bass, Gitarre und Keyboards. Da sieht man wieder, dass man als Rocker länger leben kann als Bläser, wenn man nichts übertreibt. Wir haben aber auch keine Lust mehr auf Fasnet. Nichts verlockt mehr. Saufen und Küssen kann man das ganze Jahr hindurch, werktags und sonntags. Saufen lässt man aber am besten bleiben, und küssen ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Musik mache ich immer noch, das ganze Jahr durch, werktags und sonntags. Ein bissle Jazz, ein bissle Kirche, was so anfällt.
In der Zeitung steht heute mal wieder nicht viel. Lauter Fotos von Fasnetsnarren und Rathausstürmern und so. Was die Narren halt alles so machen, wenn sie sich die fünfte Jahreszeit in den Kalender geklemmt haben. In zwei Tagen ist es dann vorbei. Dann ist Aschermittwoch. Und dann verleiht die Nürtinger SPD das Ei der Heckschnärre. Das macht sie jedes Jahr am Aschermittwoch, seit 27 Jahren. Heuer kriegt ein bekannter Nürtinger Architekt das Ei. Er hat gewünscht, dass ich seine Laudatio halte. Das mach ich auch. Davon bald mehr.
Früher habe ich Musik gemacht zur Fasnet, mit einer Kapelle aus sieben Mann. Die nannte sich Red Lion. Den blöden Namen hatte ich erfunden. Beim Rosenmontagsball haben wir nie gespielt, aber bei den Kolpingbrüdern und den Böhmerwäldlern, weil wir sozusagen eine mehrheitlich katholische Band waren. Heute sind schon vier Lions tot: der Günne, der Heini, der Schorsch und der Karl. Also Posaune, Schlagzeug, Trompete und Saxofon. Der Zäps und der Steppke und ich leben noch, also Bass, Gitarre und Keyboards. Da sieht man wieder, dass man als Rocker länger leben kann als Bläser, wenn man nichts übertreibt. Wir haben aber auch keine Lust mehr auf Fasnet. Nichts verlockt mehr. Saufen und Küssen kann man das ganze Jahr hindurch, werktags und sonntags. Saufen lässt man aber am besten bleiben, und küssen ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Musik mache ich immer noch, das ganze Jahr durch, werktags und sonntags. Ein bissle Jazz, ein bissle Kirche, was so anfällt.
In der Zeitung steht heute mal wieder nicht viel. Lauter Fotos von Fasnetsnarren und Rathausstürmern und so. Was die Narren halt alles so machen, wenn sie sich die fünfte Jahreszeit in den Kalender geklemmt haben. In zwei Tagen ist es dann vorbei. Dann ist Aschermittwoch. Und dann verleiht die Nürtinger SPD das Ei der Heckschnärre. Das macht sie jedes Jahr am Aschermittwoch, seit 27 Jahren. Heuer kriegt ein bekannter Nürtinger Architekt das Ei. Er hat gewünscht, dass ich seine Laudatio halte. Das mach ich auch. Davon bald mehr.
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